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CTC Mit Anna Lucia Gustmann in der Rohrmeisterei Schwerte

Als wir uns mit Anna Lucia Gustmann in der Rohrmeisterei treffen, freut uns das aus mehreren Gründen besonders: Sie ist eine Dortmunderin, die – unter anderem zuletzt in ihrer Rolle in der Serie „Maxton Hall“, weltweit von Millionen Menschen gesehen wurde – als Schauspielerin gerade richtig durchstartet. Keine andere in Deutschland produzierte Amazon-Prime-Serie war bisher so erfolgreich. Zum anderen freuen wir uns aber auch auf einen Einblick in die Filmbranche. Wie ist das, mit Anfang 30 in Berlin zu leben, weil man dort seinen Traum verwirklichen kann? Und ist es hinter den Kulissen eines Filmsets überhaupt so, wie sie sich das vorgestellt hat? In der Rohrmeisterei war sie privat bisher noch nicht, ist aber genauso beeindruckt vom Ambiente wie wir.

Beeindruckende Location mit langer Geschichte

Die Rohrmeisterei ist Ende des 19. Jahrhunderts als Pumpstation der Dortmunder Wasserwerke für Trinkwasser erbaut worden. 1924 wurde die Station dann stillgelegt, in den 70er Jahren von der Stadt Schwerte übernommen und 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Trotz verschiedener Nutzungsideen scheiterte eine städtische Nutzung an fehlenden Finanzmitteln oder fehlenden Mehrheiten. Der Bau verfiel immer mehr und sollte Ende der 90er Jahre abgerissen werden, wovor eine Bürgerinitiative ihn jedoch letztlich bewahrte. 1999 mieteten Kunstverein und Theaterverein die Rohrmeisterei mit dem Ziel, das Industriedenkmal in einen Kultur- und Begegnungsort umzuwandeln, ohne dass dabei Kosten für die Kommune entstehen sollten. Von da an fanden schon Konzerte, Theater, Ausstellungen und Kulinarik-Veranstaltungen in der „Ruine“ statt und die Transformation zum heutigen Erscheinungsbild begann. Mittlerweile steht sie strahlend da, die Rohrmeisterei. Inmitten eines Biotops und eines Skulpturengartens strahlt der imposante Bau und lockt im Sommer mit einer Terrasse im Grünen. Auf 1.800 Quadratmetern überbauter Fläche bietet die Rohrmeisterei in verschiedenen Hallen und Gastronomiearealen Kunst, Kultur und Genuss. Auch freie Trauungen können durchgeführt und direkt vor Ort gefeiert werden. Jennifer Peters und Tobias Bäcker sind seit knapp zwei Jahren als Vorstands-Duo für die Führung der Kultureinrichtung und der Gastronomie zuständig und treiben die Entwicklung weiter voran. Wir betreten die beeindruckende, fast zwölf Meter hohe Halle, die sich den Industriecharakter bewahrt hat und trotzdem modern und einladend wirkt. An den offenen Wänden hängt eine Bilderausstellung, ein riesiger Stahlträger durchquert den Raum und über dem Restaurant scheinen die Werke der Schwerter Künstlerin Jessica Maria Toliver zu schweben.  Herzlich werden wir von Suzana Oroz, der neuen Gastronomieleiterin, begrüßt, die uns zu unserem Tisch im „Glaskasten“ führt. 

Ein Hauch von Berlinale erobert den Raum

Anna Lucia Gustmann erscheint. Auch wenn sie an diesem Abend direkt aus ihrem Elternhaus in Herdecke kommt, – wo sie zu ihrer besonderen Freude immer noch ihr altes Kinderzimmer vorfindet –  bringt sie etwas Großstadt-Flair mit. Sie trägt einen Mantel – von dem sie uns später verrät, dass er ein echtes Vintage-Schnäppchen war, darunter eine Bluse mit Rüschen und verspielten Elementen „die habe ich mal für zwei Euro auf dem Flohmarkt gefunden“ und darunter ein schwarzes Top, dem man ansieht, dass es ein Designerstück ist. „Stimmt, das war nicht billig, ich habe es auf La Palma gekauft“. Einfach stylisch ist aber das Gesamt-Konzept. Und es sieht genauso aus wie ein Outfit, in dem man nach der Berlinale spät abends noch mit ein paar Schauspielkollegen ins legendäre Restaurant Borchardt gehen könnte. Die Filmfestspiele liegen gerade hinter ihr, sie hat sogar im Borchardt in ihren 32. Geburtstag hinein gefeiert. Schon im Alter von 15 Jahren hatte „Luci“, wie wir sie jetzt nennen, mit dem Spielen angefangen. „Ich war schon immer interessiert an Philosophie und Psychologie und allem, was Menschen betrifft. Also war ich in der Theater-AG. Wir durften unser Stück im Stiftstheater aufführen und dort hat mich die Intendantin gesehen und spontan für ihr nächstes Stück besetzt. Ich konnte die Timea im Salzprinzen spielen. Und mein Papa hat auch mitgespielt, der war der böse Salzkönig“, erzählt Luci. Am liebsten hätte sie direkt mit 18 die Schule verlassen und die Bewerbungsrunde an den staatlichen Schauspielschulen angetreten. Ihre Eltern überzeugten sie aber, sicherheitshalber das Abitur zu machen und zu studieren. In Siegen begann sie dann mit Literatur, Kultur- und Medienwissenschaften in deutsch und englisch. Nebenbei spielte sie am dortigen Stadttheater. Luci ist Vegetarierin und kann in der Rohrmeisterei auch unter vielen fleisch- und fischfreien Gerichten wählen. Als Vorspeise nimmt sie den karamellisierten Ziegenkäse. 

Oliven mit Dip und Episoden aus dem Schauspielunterricht

Eine passendere Location hätten wir für unseren Gast schwerlich finden können – hier sind Kunst, Kultur und Kulinarik untrennbar an einem Ort vereint. Wir sitzen im „Glaskasten“. Das ist ein Restaurantelement, was in der großen Halle platziert wurde, um dem Gast auch dann ein wohliges Gefühl zu vermitteln, wenn die Halle kaum besetzt oder aber voll ausgebucht ist.  Das Menü für den heutigen Abend und natürlich die gesamte Speisekarte hat der Küchenchef mit seinem Team zusammengestellt. Axel Pferdekämper ist schon seit 2008 in der Küche der Rohrmeisterei tätig und sowohl er, als auch Tobias Bäcker legen großen Wert auf saisonale und regionale Küche. Alles, was irgendwie in der Nähe zu beschaffen ist, wird in der Nähe beschafft. Das Fleisch ist nach Möglichkeit Bio und der Fisch von Baumüller. Außerdem experimentiert er gerne mit Schwerter Senf und liebt Soßen. Das dürfen wir im Laufe des Abends selbst überprüfen. Wir starten mit dem Hausaperitif, der „Ruhrwiese“. Der zarte Waldmeistergeschmack lässt auf baldigen Frühling hoffen. Als kleinen Gruß vom aus der Küche bekommen wir ein Stückchen sehr leckere Kürbisquiche, die schon Lust auf mehr macht. Gerade hatte der Kinofilm „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ Premiere, nach dem biografischen Roman des Schauspielers Joachim Meyerhoff. Es geht um seine Zeit an der Schauspielschule. Witzige Szenen lassen erkennen, dass es dabei durchaus normal ist, mal einen Baum zu spielen. Was hat Luci denn schon für skurrile Aufgaben bekommen? „Wir mussten zum Beispiel mal die Farbe Rot spielen. So nach dem Motto: Beweg dich mal oder fühl dich wie diese Farbe“, erinnert sie sich. „Für mich wäre Rot eher etwas starkes, Kraftvolles. Aber das empfindet nicht jeder gleich. Und es gibt auch diese Tschechow-Methode, da legt man sich hin, schließt die Augen und es kommt ein Tier auf einen zu. Man wird dann selbst zu diesem Tier und dann findet man heraus, wie es isst, sich verliebt…“ Wenn man das Tier nicht gut genug kennt, googelt man dabei? „Nein. Man muss sich erinnern, was man zum Beispiel von einem Löwen schon mal gesehen hat. Das Ziel der Aufgabe ist dann, eine Rolle zu spielen, aber innerlich aber noch dieses Tier zu sein. Wie würde die Person dann angreifen? Wie reagieren, wenn sie sich bedroht fühlt? Wie läuft sie? Sehr stolz, wie der Löwe? Das wird dann aber ein bisschen verrückt, wenn zum Beispiel ein Wurm auf einen zukommt oder eine Kakerlake. Denn man kann sich ja nicht vorher aussuchen, welches Tier auf einen zukommt. Und man sollte das auch nicht steuern.“ Als Starter serviert uns unsere freundliche Servicedame fluffiges Kartoffelbrot mit richtigen Kartoffelstückchen, marinierte Oliven, einen Linsendip, der mit seiner orientalischen Note an Hummus erinnert und eine phantastische süß-scharfe Senfcreme – natürlich aus Schwerter Senf. 

Erlesener Wein und „was wir schon immer mal wissen wollten“

Ein Silvaner vom Weingut Hans Wirsching aus Franken passt sowohl ganz wunderbar zum Starter, als auch zur folgenden Vorspeise, dem Zander mit der knusprigen Haut, der auf dem zarten Porreebett liegend von Krustentierschaum liebevoll umhüllt wurde. Spätestens jetzt wird uns klar, was Axel Pferdekämper damit meinte, dass Saucen sein Steckenpferd seien. Noch mal zum Schauspielstudium – das Luci in Köln und London absolvierte – wie sehr geht es dabei ans Eingemachte? „Es gibt schon sehr intensive Aufgaben. In London, bei Giles Foreman hatten wir fünf Stühle. Wir sollten nacheinander auf jedem davon Platz nehmen und dabei immer eine weitere Schicht um uns herum verlieren. Bis wir am Ende ganz innen bei uns angekommen sind. Giles meinte dann zu mir, ich sei so eine Person, die sich automatisch an den Raum anpasst, den sie gerade betritt. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Aber ich habe daraus gelernt, einfach die zu bleiben, die ich bin. Selbstbewusst.“ Man sagt ja, ihre Branche sei ein Haifischbecken. Wurde sie auch darauf vorbereitet? „Nein, gar nicht. Aber du musst sowieso eine gewisse Resilienz haben, wenn du diesen Beruf machen willst. Und bereit sein, für dich einzustehen und zu kämpfen. Und es auch vor allem richtig stark zu wollen. Wenn du nicht genug willst, wenn das nicht dein absoluter Traum ist, dann wird das meistens nichts. Denn dann ist der Fokus nicht richtig gesetzt und du stehst das nicht durch.“ Immer wieder – zuletzt bei Heinz Hönig – hört man ja von Schauspielern, die im Alter arm sind. Und viele melden sich zwischen zwei Engagements arbeitslos. Was ist das für ein Gefühl, am einen Tag im Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich bei der Filmpremiere zu stehen und dann am nächsten Morgen wieder mal im Jobcenter eine Nummer zu ziehen? Luci Gustmann: „So krass ist das bei mir zum Glück nicht. Für später versuche ich, etwas in Aktien gewinnbringend anzulegen. Ich habe mich noch nie arbeitslos melden müssen. Aber ich jobbe auch. Ich arbeite manchmal mittwochs in einer Kneipe in Berlin. So als Ausgleich. Ich habe irgendwann gedacht, das passt auch. Man kriegt die Dortmunderin aus Dortmund, aber nicht Dortmund aus der Dortmunderin. Ich mag meinen Chef und die Stammkunden da. Das ist nebenbei auch eine tolle Menschenschule. Zudem arbeite ich auch seit 2021 als Synchronsprecherin.“ Da gab es doch gerade ein paar Schlagzeilen in der Branche…

„Meine Stimme bekommt die KI nicht!“

Es gab Forderungen an Synchronsprecher, ihr Einverständnis dafür zu geben, dass Künstliche Intelligenzen mit ihrer Stimme trainiert werden. So dass man am Ende womöglich keine Synchronsprecher mehr braucht. „Ich verstehe überhaupt nicht, warum diese Diskussion jetzt stattfindet“, empört sich Luci, „Roboter können doch keine Emotionen transportieren. Es sind doch diese winzigen Gefühlsregungen, die Stimme bricht ab, weil die Seele schmerzt, man ist wütend oder traurig. Das würde sich von einer KI ganz unecht anhören. Ich würde nie diese Klausel unterschreiben.“ Wie stark Stimmen für sich stehen, erlebte sie kürzlich, als vermeintlich Leonardo di Caprio im Nachbarstudio sprach. „Ich habe ihn sofort erkannt. Aber als ich rüber blickte, sah ich seinen Synchronsprecher da sitzen. Der sah ihm allerdings nicht mal ähnlich. Das zeigt aber, wie sehr man optische und akustische Wahrnehmung miteinander verknüpft.“ Zum Hauptgang, dem Duett vom Rind, einmal als zartrosa-saftige Roastbeef-Schnitte und einmal als deftiger Balsamicosauerbraten mit einer tollen Sauce, wildem Brokkoli und Röstzwiebelpüree, wird uns der „Try Aged Wine Vol. 4 french connection“ eingeschenkt. Ein wirklich schöner Gutswein aus Lemberger/Merlot vom Weingut Drautz-Able. Ein tolles Match. Luci hat gerade eine Hauptrolle zum Synchronisieren ergattert. Und das ging ganz ohne die sonst üblichen Castings.

Demnächst die wichtigste Stimme in „Patience“

Auf Amazon Prime läuft eine neue britische Krimiserie. Im Mittelpunkt steht die autistische Archivarin Patience Evans, die mit ihrer besonderen Beobachtungsgabe bei der Aufklärung von Fällen hilft. „Ich stand eines Tages im Synchronstudio, als plötzlich eine Redakteurin reinkam und mir fünf Minuten lang zuhörte. Dann ging sie wieder raus. Als ich fertig war, wartete sie schon auf mich. Ich sei die richtige dafür, ich solle Patience Evans sprechen.“ Geht man dann auch zum Rollenstudium unter Autisten? Luci Gustmann: „Nein, beim Synchronsprechen läuft es anders. Normalerweise erfährt man auch erst vor Ort, welche Rolle man spricht. Dann muss man sich dort einarbeiten. Manchmal wiederholt man auch die ersten Takes noch einmal, wenn man mit der Rolle richtig warm geworden ist.“ Bei ihrer Synchronausbildung hat Luci übrigens mit der deutschen Stimme von Angelina Jolie zusammengearbeitet. Nimmt einem das dann die Unbefangenheit beim Filmgucken, weil man plötzlich zwei Personen sieht und hört? „Nein. Im besten Fall vergisst man das, weil der Film und die Rolle an sich fasziniert und stimmig ist.“ Während Synchron-Jobs oft spontan hereinkommen, gibt es für normale Rollen immer mehrere Casting-Runden. Die Kandidaten bekommen eine Szene geschickt und drehen damit ein Video. „Heute morgen hatte ich auch so eine Szene. Dabei konnte ich zum Glück meinen Bruder anspielen. Das macht es manchmal leichter, wenn man ein Gegenüber hat. Wenn ich damit weiterkomme, werde ich zum Live-Casting eingeladen, nachdem das gut überstanden ist, käme dann ein Konstellations-Casting. Dabei geht es darum, zu sehen, wie die Schauspieler miteinander funktionieren.“ Auch die Rolle, mit der sie bisher die meiste Aufmerksamkeit bekam, hatte sie einem Video zu verdanken.

Maxton Hall – aus einem Drehtag wurden acht

„Ein Regisseur, den ich schon ein paar Mal auf der Berlinale getroffen hatte, meldete sich bei mir. Er hätte eine kleine Rolle mit nur einem Drehtag und eigentlich sei ich auch nicht der richtige Typ für die Rolle. Aber ich solle ihm doch bitte eine Szene schicken, ‚möge die beste Schauspielerin gewinnen, sagte er damals zu mir. Ich arbeitete zu der Zeit nebenbei in einem Bürojob. Ich machte sofort Feierabend, drehte zuhause mein E-Casting und schickte es ihm sofort. Seine Rückmeldung: ‚Bitte noch mal und bitte ein bisschen härter, tougher.‘ Also alles noch mal neu… Dann hörte ich nichts mehr. Nach ein paar Stunden rief ich ihn dann an. Es sei schon alles an die Produktion weitergeleitet. Einen Tag später meldete er sich dann. ‚Es tut mir leid Luci…‘ – Schade, dachte ich – ‚es tut mir leid, aber du wirst künftig jetzt mehr Zeit mit uns verbringen müssen. Du hast die Rolle. Aber wir haben sie für dich etwas größer gemacht. Du hast acht Drehtage.‘ Sie wollten eine Figur, die rätselhaft ist, die man noch nicht greifen kann. Wie eine Eiskönigin. Deswegen habe ich da auch die gebleichten Augenbrauen und Haare. Dann ging alles ganz schnell. Ich habe mich so gefreut!“ Später wird diese Serie so ein Erfolg, dass am Drehort Marienburg bei Hannover an einem Besucher-Tag statt der erwarteten 400 Gäste gleich über 6.000 Fans auftauchen und dass Luci immer wieder mal auf der Straße erkannt wird. Besonders war auch ein anderes Erlebnis im Zusammenhang mit einer Rolle. Im Film „Olaf Jagger“ geht es darum, dass der bekannte Komiker Olaf Schubert entdeckt, dass seine Mutter mal eine Affäre mit Mick Jagger von den Rolling Stones hatte. Vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts wird aus einer Vatersuche eine absurde und sehr humorvolle Reise. Luci Gustmann spielt die junge Mutter des Komikers. „Weil wir natürlich nicht zusammen gedreht haben – als die Mutter jung war und Mick Jagger kennenlernte, gab es Olaf ja noch nicht – trafen wir uns das erste Mal bei der Premiere. Wir standen jeweils an verschiedenen Enden der Reihe auf der Bühne vor dem vollen Kinosaal. Er bekam einen großen Blumenstrauß überreicht. Als er eine kleine Rede hielt, kam er auf mich zu und sagte in seinem typisch sächsischen Dialekt ‚Und die Blumen, die kriegt natürlich die Mutti‘ und reichte mir den Strauß. Er wirkt privat wirklich genauso unkompliziert und entspannt wie auf der Bühne.“ An dieser Stelle erreicht uns das Dessert, direkt aus dem Schokoladenhimmel. Die unglaublich fluffig-cremige Schokomousse aus 70-prozentiger Valrhona Schokolade thront auf einem saftigen Möhrenküchlein und wird von Vanilleschmand und in Sternanis, Zimt, Vanille und Zitronenzesten marinierten Möhrenraspeln – für die Frische – begleitet. 

Letzte spannende Details zum Nachtisch

Der Abend ist fast herum und hier sind fünf Seiten beinahe voll. Wie wohnt die junge Schauspielerin in Berlin? „In einer Villa. Klingt verrückt, ist es auch. Ich wollte so gerne einen Garten und fand dann auf ‚WG gesucht‘ ein Haus in Charlottenburg, direkt am Grunewald. Eine etwa siebzigjährige Freundesgruppe, die sich schon lange kennt, hatte das Haus gemeinsam gemietet und wie eine WG bewohnt. Als nun ihre Kinder ausgezogen waren, wurden im Erdgeschoss Zimmer frei und sie wollten anderen jungen Menschen bezahlbaren Wohnraum bieten. Ich sprach dort vor, blieb anderthalb Stunden zum ‚Casting‘ und dann hatte ich zwei Tage später die Zusage. Ich liebe dieses Haus und den Garten. Das ist mein zweites Zuhause geworden.“ Was ist mit Hobbys? „Ich arbeite in Drehpausen immer an meinen Skills. Gerade lerne ich Taekwodo und übe, noch besser zu schießen.“ Außerdem schreibt sie gemeinsam mit ihrem Vater ein Buch. Jörg S. Gustmann, bekannter Krimi-Autor und ehemaliger Zahnarzt arbeitet zurzeit mit ihr an einem Projekt, das aber noch geheim bleiben soll. Wir sind satt und haben uns müde geredet. Zum Glück kann man den Abend an der Bar noch mit einem Getränk von der beeindruckend umfangreichen Cocktailkarte ausklingen lassen. Wir haben die Rohrmeisterei als tollen Ort erlebt, an dem man übrigens so ein Menü dienstags und donnerstags genießen kann. An den anderen Tagen gibt es à la carte. Aber auch für ein paar Snacks, wie Pintxos, loaded Fries oder Frikadellen kann man hier immer gerne vorbeischauen. Luci – die ja vom Fach ist – beschäftigt sich noch mit dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm und dann fahren wir alle heim. Wir sind gespannt, wo und in welchen Rollen wir sie demnächst auf der Leinwand oder im Theater sehen werden. Danke für den Blick hinter die Kulissen!

Text: Daniela Prüter, Silke Albrecht. Bilder: Eric Harder